Attentat von Sarajevo, zeitgenössische, nachempfundene Darstellung
1914
Gavrilo Princip wird nach dem Attentat in Sarajewo von der Polizei verhaftet. Das Attentat von Sarajevo auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie löst die Julikrise aus.
Deutsche Mobilmachung am 2. August Europaweit erfolgt die Mobilmachung der Streitkräfte.
Der Erste Weltkrieg beginnt unter großer Kriegsbegeisterung.
Das Deutsche Reich besiegt Russland in der Schlacht bei Tannenberg.
1914 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender
1362/63 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender
1906/07 (10./11. September)
Baha'i-Kalender
70/71 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender
1319/20 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung
2457/58 (südlicher Buddhismus); 2456/57 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender
76. (77.) Zyklus
Jahr des Holz-Tigers 甲寅 (seit 26. Januar, davor Wasser-Büffel 癸丑)
Das Jahr 1914 stellt in mehrfacher Hinsicht eine historische Zäsur dar. Das Attentat von Sarajevo, bei dem serbische Nationalisten den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie ermorden, löst die Julikrise aus, und mit dem daraus resultierenden Ersten Weltkrieg schlittert die Menschheit in die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Damit endet unter anderem die Belle Époque und die von manchen als „Langes 19. Jahrhundert“ bezeichnete Ära der Emanzipation des Bürgertums und das Zeitalter des Imperialismus.
Der Krieg, der sich aufgrund einer Mischung aus Großmachtphantasien und vielfachen politischen Fehleinschätzungen von einem regionalen Konflikt auf dem Balkan rasch auf die meisten Länder Europas – und deren Kolonien – ausweitet, wird anfangs mit überwiegender Begeisterung und Patriotismus aufgenommen, während kritische Stimmen, unter ihnen der neu gewählte Papst Benedikt XV., kaum zu hören sind. Doch der allseits vorherrschende Optimismus, die Kampfhandlungen noch im selben Jahr siegreich beenden zu können, stellt sich bald als Illusion heraus. Und während sich langsam ein langwieriger Stellungs- und Grabenkrieg entwickelt, blitzt mit dem Weihnachtsfrieden ein letztes Mal so etwas wie Menschlichkeit an der Westfront auf.
Ereignisse
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Politik und Weltgeschehen
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Julikrise und Erster Weltkrieg
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Siehe auch: „1914“ im Artikel Chronologie des Ersten Weltkrieges
Das Attentat von Sarajevo und die Julikrise
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→ Hauptartikel: Attentat von Sarajevo
→ Hauptartikel: Julikrise
→ Hauptartikel: Chronologie der Julikrise 1914
Gavrilo Princip
28. Juni: Gavrilo Princip, Mitglied der Geheimorganisation Mlada Bosna, tötet in Sarajevo das Thronfolgerpaar Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie: Das Attentat und die (tatsächliche oder vermeintliche) Verbindung der Attentäter zu den serbischen Organisationen Schwarze Hand und Narodna Odbrana ist der Auslöser der Julikrise und in der Folge des Ersten Weltkrieges.
Alexander Hoyos
5./6. Juli: Der österreichisch-ungarische Diplomat Alexander Graf von Hoyos reist nach Berlin, um die Unterstützung des Deutschen Reichs für eine militärische Intervention Österreich-Ungarns gegen Serbien zu erlangen. Die Mission Hoyos ist eines der zentralen Ereignisse während der Julikrise.
20. bis 23. Juli: Die französische Regierung bestehend aus Raymond Poincaré, René Viviani und Pierre de Margerie befindet sich auf Staatsbesuch in Sankt Petersburg.
23. Juli: Österreich-Ungarn stellt 3 Wochen nach der Ermordung Erzherzog Franz Ferdinands ein Ultimatum von 48 Stunden an Serbien durch Außenminister Leopold Graf Berchtold. Es enthält umfangreiche Forderungen an den Nachbarstaat. Ihre weitgehende, aber unvollständige Erfüllung löst nach Fristablauf die österreichische Kriegserklärung und in der Folge den Ersten Weltkrieg aus.
Die Attentäter im Gerichtssaal
12. Oktober bis 23. Oktober: In Sarajewo findet die Gerichtsverhandlung gegen 25 Beteiligte am Attentat von Sarajevo wegen Hochverrats und Meuchelmordes statt. Alle Beteiligten bestreiten eine Verbindung zum offiziellen Serbien. Drei von ihnen werden im Verfahren zum Tod durch den Strang verurteilt, die meisten sind jedoch zu jung für ein Todesurteil.
Kriegsbeginn und Augusterlebnis
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→ Hauptartikel: Augusterlebnis
→ Hauptartikel: Ideen von 1914
Die offizielle Bündnissituation in Europa während der Julikrise
27. Juli: Der angebliche serbische Angriff bei Temes Kubin wird von Kreisen in Österreich-Ungarn benutzt, um Kaiser Franz Joseph I. dazu zu bringen, die Kriegserklärung an Serbien zu unterzeichnen.
28. Juli: Die Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien steht am Beginn des Ersten Weltkriegs. Schon in der folgenden Nacht beginnt die Beschießung Belgrads auf Befehl von General Oskar Potiorek.
30. Juli: Kaiser Nikolaus II. von Russland befiehlt die Generalmobilmachung.
31. Juli: Der sozialistische Politiker Jean Jaurès, ein führender Vertreter des französischen Reformismus und Kriegsgegner, wird in einem Pariser Café vom Nationalisten Raoul Villain ermordet. Der Attentäter wird später nach über vierjähriger Untersuchungshaft vom Gericht freigesprochen.
31. Juli/1. August: Der deutsche Kaiser Wilhelm II. hält zwei Balkonreden.
Berliner Bevölkerung mit Extrablatt, August 1914
1. August: Gleichzeitig mit der Kriegserklärung des Deutschen Reiches an Russland erfolgt die Mobilmachung des Reichsheeres, Frankreich mobilisiert ebenfalls seine Armee. In weiten Teilen der deutschen Bevölkerung kommt es zu großer Kriegsbegeisterung, dem sogenannten „Augusterlebnis“.
2. August: Das Deutsche Reich richtet ein Ultimatum an Belgien, mit dem man freien Durchmarsch durch Belgien fordert, andererseits das Land als Feind betrachtet werde. Deutschland verstößt damit gegen das Londoner Protokoll aus dem Jahr 1839, das die belgische Neutralität garantiert.
3. August: Das Deutsche Reich erklärt Frankreich den Krieg. König Albert von Belgien weist das deutsche Ultimatum vom Vortag ab. Der britische Außenminister Edward Grey erklärt die Verletzung der Neutralität Belgiens als unvereinbar mit den Interessen Großbritanniens.
US-Propagandaplakat 1918
4. August: Deutsche Truppen rücken im Ersten Weltkrieg völkerrechtswidrig in das neutrale Belgien ein, was Großbritannien zu einem Ultimatum mit Kriegsandrohung gegenüber Deutschland veranlasst. Belgien übermittelt eine Kriegserklärung an das Deutsche Reich. Der sogenannte „Rape of Belgium“ wird in der Folge zum Propagandabegriff der Alliierten.
Ein Künstlerflugblatt Max Liebermanns aus dem August 1914 zeigt die Volksmenge vor einem Balkon des Schlosses und zitiert Wilhelms Worte vom 4. August: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche“
4. August: Der Reichstag des Deutschen Kaiserreichs schließt nach einer flammenden Rede von Kaiser Wilhelm II. den sogenannten „Burgfrieden“ und stimmt geschlossen für die Gewährung von Kriegsanleihen und beschließt ein Kriegsermächtigungsgesetz. Insgesamt kommen an diesem Tag 17 Kriegsgesetze zustande. Damit soll der Bundesrat beziehungsweise die Reichsleitung zu den kriegsnotwendigen wirtschaftlichen Maßnahmen ermächtigt werden, zur „Abhilfe wirtschaftlicher Schädigung“.
4. August: Der französische Staatspräsident Raymond Poincaré prägt in einer Rede den Begriff Union sacrée.
5. August: Mit der Kriegserklärung Großbritanniens an das Deutsche Reich befinden sich alle europäischen Großmächte außer Italien im Kriegszustand. Die britischen Kabinettsmitglieder John Morley und John Elliot Burns treten aus Protest gegen den Kriegseintritt ihres Landes von ihrem Amt zurück.
5. August: Aus Enttäuschung über die „Burgfriedenspolitik“ der SPD-Reichstagsfraktion gründet Rosa Luxemburg gemeinsam mit Hermann Duncker, Hugo Eberlein, Julian Marchlewski, Franz Mehring, Ernst Meyer und Wilhelm Pieck die Gruppe Internationale, der sich wenig später unter anderem auch Karl Liebknecht anschließt.
6. August: Österreich-Ungarn erklärt Russland den Krieg, am selben Tag erfolgt die Kriegserklärung Serbiens an das Deutsche Reich.
7. August: Montenegro unter König Nikola erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
13. August: Frankreich erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
16. August: Japan schließt sich der Entente an und erklärt dem Deutschen Reich am 23. August den Krieg.
Die „Heimatfront“
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28. Juli: Propaganda im Ersten Weltkrieg: Das k.u.k. Kriegspressequartier wird als Abteilung des Armeeoberkommandos gegründet. Aufgabe des KPQ ist die Koordination aller Presseinformationen und Propagandatätigkeiten von Österreich-Ungarn während des Ersten Weltkrieges unter Einbeziehung sämtlicher damals verfügbarer Massenmedien. Kommandant des KPQ ist Maximilian von Hoen.
9. September: Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg legt in seinem Septemberprogramm die Kriegsziele des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg dar.
Oktober: Albert Einstein unterzeichnet zusammen mit Georg Friedrich Nicolai, Wilhelm Foerster und Otto Buek das antimilitaristische Manifest Aufruf an die Europäer als Antwort auf das auf den Ideen von 1914 basierende nationalistische Manifest der 93 vom September, das von fast allen seiner Berliner Kollegen unterzeichnet wird.
16. Oktober: Die Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reiches wird veröffentlicht, mit der ein Großteil der deutschen Professoren und Dozenten den Weltkrieg rechtfertigen. Am 21. Oktober erscheint eine Antwort an die deutschen Professoren in der New York Times.
16. November: Mit dem Ziel, den Ersten Weltkrieg möglichst rasch mit einem Friedensschluss zu beenden, wird in Berlin der Bund Neues Vaterland gegründet. Vorsitzende des Bundes sind Kurt von Tepper-Laski und Georg Graf von Arco. Zu den Mitbegründerinnen gehört auch Elisabeth Rotten.
2. Dezember: Im deutschen Reichstag stimmt als einziger Abgeordneter Karl Liebknecht (SPD) gegen die erste Verlängerung der Kriegskredite.
20. Dezember: Konstantin von Gebsattel, stellvertretender Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes, erklärt in einer Konferenz bei König Ludwig III. von Bayern die als „Lösung der Judenfrage“ bezeichnete Ausgrenzung und Vertreibung der deutschen Juden zu einem „deutschen Kriegsziel“.
Der Krieg in Europa
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→ Hauptartikel: Erster Weltkrieg
Der Einmarsch in Belgien und die Westfront
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Schützenlinie belgischer Infanterie bei Herstal, nordöstlich von Lüttich
4. August: Belgische Einheiten leisten dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der deutschen Truppen in ihr Land erbitterten Widerstand. Die als Handstreich geplante Eroberung von Lüttich dauert zur Überraschung des deutschen Generalstabs bis zum 16. August.
11. August: Die ersten Einheiten der British Expeditionary Force landen in Le Havre.
15. August: Bei der Beschießung von Fort Loncin im Festungsring Lüttich durch deutsche Einheiten mit der „Dicken Bertha“ explodiert die Munitionskammer, wobei 350 belgische Soldaten ums Leben kommen.
Die zerstörte Bibliothek
19. August: Deutsche Truppen marschieren in der von belgischen Truppen aufgegebenen Stadt Löwen ein. Vom 25. bis 28. August begehen sie aus Angst vor Francs-tireurs das Kriegsverbrechen der Zerstörung Löwens im Ersten Weltkrieg. 248 Menschen werden ermordet, über 1.000 Gebäude werden zerstört, darunter die Universität Löwen mit ihrer unersetzlichen Universitätsbibliothek.
20. August: Deutsche Truppen marschieren 16 Tage nach dem Einmarsch in das neutrale Belgien in Brüssel und Gent ein. Am selben Tag beginnen sie mit der Belagerung von Antwerpen.
Zerstörte Häuser in Dinant
23. August: Sächsische Truppen des Deutschen Heeres verüben in Belgien das Massaker von Dinant und töten dabei 674 Menschen. Zugleich werden rund 1.100 bis 1.300 von den 1.800 Häusern der Stadt Dinant zerstört.
26. August: Nach der Schlacht von Le Cateau ziehen sich im Ersten Weltkrieg die Truppen der Triple Entente vor den Deutschen zurück.
Sitz des Militärgouvernements in Brüssel
26. August: Zur Verwaltung Belgiens schaffen die deutschen Besatzer das Generalgouvernement Belgien. Generalgouverneur wird Colmar von der Goltz, der allerdings den Posten schon am 28. August wegen interner Differenzen wieder zurücklegt. Sein Nachfolger wird Moritz von Bissing.
28. August: Die Belagerung von Maubeuge durch deutsche Truppen beginnt. Sie endet am 8. September mit der Kapitulation der französischen Festung.
Karte der Schlacht an der Marne
12. September: Das Ende der Schlacht an der Marne an der Westfront bringt das Scheitern des deutschen Schlieffen-Plans und mit der Schlacht an der Aisne den Beginn des Grabenkriegs im Ersten Weltkrieg. Am 14. September wird der deutsche Generalstabschef Helmuth Johannes Ludwig von Moltke abberufen und durch Erich von Falkenhayn ersetzt.
14. September: Mit dem Versuch, die gegnerischen Einheiten im Norden zu umgehen, beginnt der Wettlauf zum Meer zwischen der deutschen Armee und der Entente.
20. September: Die Kämpfe an der Aisne flauen ab und werden nur noch zwischen dem 25. und 27. September zur gegenseitigen Truppenbindung kurz wieder aufgenommen. An der Westfront herrscht ab diesem Zeitpunkt ein Gleichgewicht in der Truppenstärke und damit eine Pattstellung zwischen den Heeren.
10. Oktober: Nach fast zweimonatiger Belagerung kapituliert der Bürgermeister der Stadt Antwerpen vor den deutschen Truppen und übergibt die Festung Antwerpen. Das Gros der belgischen Armee setzt sich nach Westflandern ab. Das belgische Parlament und die Regierung gehen ins Exil in die Niederlande.
Langemarck im Oktober 1914
20. Oktober bis 18. November: In der Ersten Flandernschlacht kommen auf jeder Seite der Front rund 100.000 Soldaten ums Leben. Das Ziel der Deutschen, die britischen Einheiten von ihren Nachschublinien abzuschneiden, kann nicht erreicht werden. Bei den deutschen Einheiten kommt es in dieser Schlacht zu eklatanten materiellen Engpässen.
11. November: Ein kleines Gefecht im Rahmen der Flandernschlacht in der Nähe der Ortschaft Langemarck begründet später den deutschen Mythos von Langemarck.
Deutsche und britische Truppen während des Weihnachtsfriedens
24. Dezember: Leben und leben lassen: Weihnachten 1914 kommt es an der Westfront zu einem „Weihnachtsfrieden“ zwischen deutschen und alliierten Soldaten.
Die Fronten des Habsburgerreiches
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16. August: Eine in serbisches Gebiet eindringende österreich-ungarische Armee löst die Schlacht von Cer aus, die am 24. August mit einem serbischen Sieg und dem zeitweiligen Rückzug der k.u.k. Armee aus Serbien endet.
23. August bis 11. September: Die Schlacht in Galizien umfasst eine Reihe von Schlachten zwischen der österreichisch-ungarischen und der russischen Armee.
Österreich-ungarische Truppen bei einer Rast während eines laufenden Vorstoßes
23. bis 25. August: In der Schlacht von Kraśnik bezwingt das Heer Österreich-Ungarns in Galizien die aufgebotenen Truppen Russlands.
26. August bis 2. September: Die österreichisch-ungarischen Truppen siegen auch in der Schlacht von Komarów.
Russische Artillerie in der Schlacht von Lemberg
26. August bis 11. September: Die Schlacht von Lemberg zwischen den Truppen Russlands unter dem Kommando von Nikolai Russki und Österreich-Ungarns geht mit einer Niederlage für die Habsburgermonarchie zu Ende, von der sie sich nicht mehr erholt.
3. bis 11. September: Nach einer Reihe von Niederlagen gegen die russischen Truppen bricht nach der Schlacht von Rawa Ruska Österreich-Ungarns Front in Galizien zusammen.
4. September: In Österreich-Ungarn werden erste ruthenische (ukrainische) Bewohner aus Galizien, denen Sympathien zum Kriegsgegner Russland unterstellt werden, in ein eigens eingerichtetes Internierungslager bei Graz deportiert.
6. September bis 4. Oktober: Die Schlacht an der Drina zwischen den angreifenden österreichisch-ungarischen Streitkräften unter Oskar Potiorek und den Serben unter Radomir Putnik endet unentschieden und mündet zeitweise in einen Stellungskrieg am Balkan.
24. September: Im Ersten Weltkrieg beginnt die Belagerung von Przemyśl durch die zaristische Armee. Die von Österreich-Ungarn gehaltene Festung wehrt heftige Angriffe der Russen ab und hält ihrem Ansturm vorerst stand.
16. November: Die Schlacht an der Kolubara zwischen Österreich-Ungarn und Serbien beginnt mit einer neuerlichen Offensive durch Oskar Potiorek. Ende November wird Belgrad erobert.
3. Dezember: Die serbischen Einheiten unter Radomir Putnik und Živojin Mišić beginnen mit einer Gegenoffensive, die zur kompletten Räumung Serbiens durch Österreich-Ungarn bis zum 15. Dezember führt.
Deutsche Ostfront
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Schlacht bei Gumbinnen
19. August: Mit der Schlacht bei Gumbinnen beginnt der Angriff russischer Truppen auf deutsches Reichsgebiet in Ostpreußen. Die sogenannte Ostfront ist damit eröffnet. Die deutschen Einheiten müssen sich am 20. August zurückziehen.
21. August: Die ostpreußischen Kämpfe zwischen Deutschem Reich und Russland werden trotz der Sonnenfinsternis vom 21. August 1914 fortgeführt, die ihr Maximum über Litauen erreicht.
26. August: An der deutschen Ostfront beginnt südlich von Allenstein (Olsztyn) die später aus propagandistischen Gründen im Deutschen Reich sogenannte Schlacht bei Tannenberg gegen russische Truppen.
31. August: Mit dem Sieg der deutschen Truppen unter Paul von Hindenburg in der Schlacht bei Tannenberg werden die in Ostpreußen eingedrungenen russischen Kräfte zerschlagen.
6. September: Die Schlacht an den Masurischen Seen beginnt. Es gelingt den deutschen Angreifern, russische Divisionen zum Rückzug aus Ostpreußen zu bewegen.
29. September: Die deutsche 9. Armee beginnt einen auf die Einnahme Warschaus zielenden Angriff, der in die Schlacht an der Weichsel übergeht. Die Kaiserlich Russische Armee setzt sich darin später durch.
11. November: In Polen beginnen deutsche Truppen die Schlacht um Łódź mit einer Offensive gegenüber russischen Einheiten.
1. bis 14. Dezember: Die Schlacht bei Limanowa–Lapanow endet mit einem taktischen österreichischen Sieg gegen Russland, doch die Schlacht in den Karpaten ist damit noch nicht beendet. Bis zum 28. Dezember ist die russische Armee wieder auf dem Vormarsch.
Die Fronten des Osmanischen Reichs
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Enver Pascha als Kriegsminister
3. Januar: Sultan Mehmed V. ernennt Enver Pascha zum Kriegsminister des Osmanischen Reichs. Dieser säubert zunächst das Offizierskorps durch massenhafte Zwangspensionierungen von Kritikern der Jungtürken.
15. November: Mehmed V. ruft die Muslime, die als Soldaten aus den Kolonien auf Seiten Englands und Frankreichs kämpfen, zum Dschihad, zum Heiligen Krieg gegen ihre Kolonialherren auf und fordert sie auf, zu desertieren und auf die islamische Seite zu wechseln. Deutschland beteiligt sich mit der Nachrichtenstelle für den Orient an diesem Versuch, indem es das Halbmondlager und ein vergleichbares Lager (das Weinberglager) im nahegelegenen Ort Zossen einrichtet. Hier sollen die Gefangenen zum Überlaufen und zum Kampf gegen ihre Kolonialherren bewegt werden.
12. Dezember: Colmar von der Goltz wird deutscher Militärberater des osmanischen Sultans.
Europa
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5. November: Die Briten annektieren die bis dahin zum Osmanischen Reich zählende Insel Zypern.
7. November: Serbien erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg.
Kaukasus
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1. November: Die Kaiserlich Russische Armee überschreitet die Kaukasusgrenze zum Osmanischen Reich und eröffnet damit die Kaukasusfront.
2. November: Einen Tag nach Beginn der Kampfhandlungen erklärt Russland dem Osmanischen Reich, das auf Seiten der Mittelmächte steht, den Krieg.
Ende November: Nach Offensiven auf beiden Seiten hat sich die Front stabilisiert und die Russen stehen etwa 25 km tief im gegnerischen Land auf einer Linie von Erzurum nach Sarıkamış.
Erfrorene osmanische Soldaten
22. Dezember: Mit einem osmanischen Angriff beginnt die Schlacht von Sarıkamış, die aber bis Ende des Jahres nur geringe Geländegewinne bringt. Stattdessen fallen wegen der schlechten Versorgungslage und einer meterhohen Schneedecke rund 10.000 osmanische Soldaten Kälte, Hunger und Erschöpfung zum Opfer.
Mesopotamien und Ägypten
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→ Hauptartikel: Erster Weltkrieg in Persien
Operationen an der Mesopotamienfront 1914
6. November: Mit der Landung bei Fao beginnt der britische Mesopotamienfeldzug. Mit der Einnahme der Festung Fao durch Einheiten der British Indian Army zwei Tage später hat das Osmanische Reich keinen Zugang zum Persischen Golf mehr.
23. November: Mit einer Truppenparade im eingenommenen Basra schließt im Ersten Weltkrieg die British Army ihren Sieg über osmanische Einheiten in der Schlacht von Basra an der Mesopotamienfront ab.
19. Dezember: Ägypten wird zum britischen Protektorat erklärt. Das bisherige Khedivat Ägypten wird in das Sultanat Ägypten umgewandelt, der Khedive Abbas Hilmi II. abgesetzt und sein Onkel Hussein Kamil zum Sultan ausgerufen.
Der Krieg in den Kolonien
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→ Hauptartikel: Erster Weltkrieg außerhalb Europas
Europäische Kolonien in Afrika vor Kriegsbeginn 1914
Westafrika
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→ Hauptartikel: Togo im Ersten Weltkrieg
→ Hauptartikel: Kamerun im Ersten Weltkrieg
Die Kämpfe in Togo, August 1914
6. August: Französische und britische Truppen fordern die deutsche Kolonie Togo auf, sich zu ergeben. Am nächsten Tag marschieren britische Truppen aus der Goldküste und französische Truppen aus Dahomey ein, ohne auf Gegenwehr zu treffen. Die deutschen Truppen ziehen sich ins Landesinnere zurück und beschränken sich darauf, die Eisenbahnbrücken über den Sio- und Lili-Fluss zu sprengen, um den feindlichen Vormarsch zu bremsen. In Anbetracht der maritimen und militärischen Bedeutung der kleineren Funkstation Togblekovhe wird nachträglich ein deutsches Kommando zurückbefohlen, um die Funkstelle nicht in Feindeshand fallen zu lassen. Das Kommando trifft per Eisenbahn Lome–Atakpame am 11. August ein und macht die Station vor dem endgültigen Rückzug unbrauchbar.
12. August: Die alliierten Truppen besetzen nach ungehindertem Vormarsch durch Togo dessen Hauptstadt Lomé und marschierten dann auf die Großfunkstation Kamina östlich von Atakpamé zu. Entlang der Bahnlinie Lome–Atakpame entwickelt sich über mehrere Tage ein Kleinkrieg zwischen der zurückweichenden Polizeitruppe der Deutschen und den von der Küste vorrückenden britisch-französischen Kolonialtruppen.
22. August: Beim Chra-Fluss kommt es zum schwersten Gefecht in Togo. Britische und französische Truppen laufen stundenlang gegen eine Stellung an, in der sich 60 Deutsche und etwa 500 einheimische Söldner verschanzt haben, und verlieren dabei 73 Mann. Aufgrund der demoralisierten Söldner und Träger sowie Munitionsmangel muss die Position jedoch am folgenden Tag von den Deutschen geräumt werden. Somit war der Weg zu der bei Atakpame gelegenen Großfunkstation Kamina frei. Diese wird in der Nacht vom 24. auf den 25. August durch die Deutschen selbst zerstört, indem die Maschinen in Brand gesetzt und die Funkmasten umgelegt werden. Der deutsche Kommandeur ergibt sich am nächsten Tag. Nach Verhandlungen zwischen Rittmeister von Roebern als Emissär und Frederick Bryant vom britisch-französischen Expeditionskorps findet am 27. August schließlich die Übergabe der Kolonie Togo statt.
24. August: Der Angriff auf Kamerun beginnt mit der Beschießung der Küste durch französische Schiffe.
Südliches Afrika
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→ Hauptartikel: Erster Weltkrieg in Südwestafrika
Kolonien im südlichen Afrika: britisch (rot), portugiesisch (grün)
9. September: Nach der wahrheitswidrigen Angabe von Premierminister Louis Botha, deutsche Truppen hätten von Deutsch-Südwestafrika aus die südafrikanische Grenze überschritten, beschließt das südafrikanische Parlament mit großer Mehrheit den Kriegseintritt auf Seiten der Entente. Vor allem der burische Teil der Bevölkerung und vor allem der Streitkräfte ist gegen diesen Schritt. Im Oktober kommt es zum offenen Aufstand.
10. September: Deutsche Truppen besetzen die südafrikanische Exklave Walvis Bay.
19. September: Südafrikanische Truppen besetzen die Lüderitzbucht und dringen von hier aus ins Landesinnere vor.
Deutscher Unteroffizier kurz vor der Schlacht bei Sandfontein
26. September: In Deutsch-Südwestafrika kommt es zwischen der deutschen Schutztruppe und einer britisch-südafrikanischen Armee zur Schlacht bei Sandfontein. Die Deutschen siegen trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit.
31. Oktober: Wegen der Ermordung deutscher Offiziere unternehmen deutsche Truppen von Deutsch-Südwestafrika aus eine Strafexpedition nach Angola und zerstört zuerst das portugiesische Fort in Cuangar. Das Deutsche Kaiserreich und Portugal befinden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Kriegszustand.
18. Dezember: Die deutsche Schutztruppe siegt im Kampf um Naulila im Rahmen seiner Strafexpedition gegen portugiesische Kolonialtruppen in Angola.
25. Dezember: Die Deutschen ziehen sich aus der Walvis Bay wieder zurück.
Ostafrika
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→ Hauptartikel: Erster Weltkrieg in Ostafrika
→ Hauptartikel: Träger in Ostafrika im Ersten Weltkrieg
Deutsche Soldaten mit Feldgeschütz in Deutsch-Ostafrika
5. August: Mit Pilot Bruno Büchner trifft das einzige Flugzeug in Deutsch-Ostafrika ein.
15. August: Die deutsche Schutztruppe unter dem Befehl von Paul von Lettow-Vorbeck besetzt gegen geringen Widerstand die in Britisch-Ostafrika gelegene Grenzstadt Taveta. Auf britischer Seite führt das zur Entscheidung, 4.000 indische Soldaten nach Mombasa zu bringen, die ab September eintreffen.
2. November: Die Landung weiterer britischer Truppen bei Tanga wird zum Desaster. In der Schlacht bei Tanga gelingt es den Deutschen, die schlecht geführten britisch-indischen Truppen zum Rückzug auf ihre Schiffe zu zwingen.
3. November: Eine britische Offensive bei Longido am Kilimandscharo-Massiv wird von der deutschen Schutztruppe abgewehrt.
Ostasien und Ozeanien
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Hissung des Union Jack auf Samoa, 30. August 1914
29. August: Die deutsche Kolonie Samoa wird von neuseeländischen Truppen besetzt. Da es keine förmliche Kapitulation gibt, wird der deutsche Gouverneur Erich Schultz-Ewerth, der gemeinsam mit Vertretern der Siedler und Familienverbände in einem Gouvernementsrat am 5. August den Beschluss gefasst hat, eine militärische Besetzung Samoas ohne Widerstand hinzunehmen, nach Auckland deportiert und ab 17. September auf der Quarantäneinsel Motuihe festgehalten. Die Neuseeländer verkünden die Weitergeltung deutschen Rechts und sichern den deutschen Beamten zunächst die Weiterbeschäftigung in ihren Stellungen bei vollem Gehalt zu. Zwischen dem 7. und 12. September legen allerdings alle deutschen Beamten, die noch in neuseeländischen Diensten verblieben sind, ihr Amt nieder, um nicht als Helfer der Besatzung gelten zu müssen. Am 12. September werden sie nach Neuseeland gebracht und interniert.
Landung der Japaner vor Tsingtao
2. September: Japanische Einheiten landen östlich des vom Deutschen Reich kontrollierten chinesischen Hafens Tsingtao. Wenige Tage später beginnen sie mit der Belagerung von Tsingtau.
11. September: Australien führt auf Neupommern im Bismarck-Archipel, einem Teil der Kolonie Deutsch-Neuguinea eine Invasion durch und bezwingt beginnend im Gefecht bei Bita Paka das deutsche Truppenkontingent bis zum 21. September. In der Provinz Morobe versteckt sich der deutsche Hauptmann Hermann Detzner mit wenigen Männern im Landesinneren.
21. Oktober: Japanische Einheiten besetzen Rota als letzte deutsche Insel in Mikronesien.
Hissung der britischen Fahne auf Nauru, 7. November 1914
6. November: Britisch-australische Truppen übernehmen ohne Gegenwehr die Pazifikinsel Nauru.
7. November: Alfred Meyer-Waldeck kapituliert im Ersten Weltkrieg im Namen der deutschen Kolonie Kiautschou und übergibt die belagerte Festung Tsingtau an Japan.
See- und Luftkrieg
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→ Hauptartikel: Seekrieg im Ersten Weltkrieg
4. August: Die britische Home Fleet, die Flotte der Royal Navy, die zum Schutz der Hoheitsgewässer Großbritanniens dient, wird in Grand Fleet umbenannt. John Jellicoe, 1. Earl Jellicoe, wird zu ihrem Befehlshaber bestellt.
6. August: Ein deutscher Zeppelin wirft Bomben über Lüttich ab. Beim vermutlich ersten Luftangriff des Ersten Weltkriegs kommen neun Menschen ums Leben.
Deutsches U 15
9. August: Im Ersten Weltkrieg geht mit dem U 15 das erste deutsche U-Boot mit seiner Besatzung verloren. Der britische Leichte Kreuzer Birmingham rammt das deutsche Kriegsschiff, bevor es tauchen kann, und verursacht seinen Untergang.
13. August: Der Passagierdampfer Baron Gautsch des Österreichischen Lloyd läuft an der Küste von Istrien auf eine Seemine und sinkt, 147 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.
Bombardierung Antwerpens durch einen Zeppelin im Jahr 1914, Gemälde von Themistokles von Eckenbrecher
24. August: Ein deutscher Zeppelin bombardiert Antwerpen.
28. August: Im Seegefecht bei Helgoland versenken die Briten ohne eigene Schiffsverluste drei deutsche Kleine Kreuzer und ein Torpedoboot.
Versenkung der Panzerkreuzer vor der niederländischen Küste (nach einer Originalzeichnung von Hans Bohrdt)
22. September: Otto Weddigen versenkt im Zuge des deutschen U-Boot-Kriegs mit dem U 9 in der Nordsee die drei britischen Panzerkreuzer Aboukir, Cressy und Hogue. 1.467 Mann sterben, 837 überleben.
5. Oktober: Dem französischen Piloten Joseph Frantz gelingt der Sieg im weltweit ersten Luftkampf. Er kann einen deutschen Aviatik-Doppeldecker bei Reims abschießen. Die beiden Deutschen sterben beim Absturz.
1. November: Das deutsche Ostasiengeschwader siegt im Seegefecht bei Coronel über ein britisches Geschwader.
2. November: Nach der Versenkung mehrerer britischer Kreuzer erklärt Großbritannien die Nordsee zum Sperrgebiet.
9. November: Der deutsche Kreuzer Emden wird nach einem mehrmonatigen Kreuzerkrieg vom australischen Kreuzer Sydney im Indischen Ozean versenkt.
Das Seegefecht bei den Falklandinseln
8. Dezember: Das deutsche Ostasiengeschwader wird im Seegefecht bei den Falklandinseln von Einheiten der britischen Royal Navy unter dem Befehl von Frederik Doveton Sturdee vernichtet. Der deutsche Kommandant Maximilian von Spee kommt bei der Versenkung seines Flaggschiffs Scharnhorst ums Leben.
24. Dezember: Der deutsche Flieger Hans von Prondzynski wirft im Luftkrieg die erste Bombe auf britischen Boden ab. Sie schlägt in einen Pfarrgarten in Dover ein.
Weitere Ereignisse auf dem Balkan
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22. Januar: Ismail Qemali tritt als albanischer Ministerpräsident zurück.
Deklaration der nordepirotischen Unabhängigkeit am 1. März in Gjirokastra
Ende Januar fordern die Großmächte Griechenland auf, auf Basis des Londoner Vertrages seine Truppen aus Nordepirus abzuziehen. Als Druckmittel dient dabei die Drohung, dass andernfalls die griechischen Forderungen auf Lesbos, Chios und Samos nicht anerkannt würden. Nach dem Abzug Griechenlands wird von griechischen Einwohnern der Region am 28. Februar eine provisorische Regierung für Nordepirus eingesetzt, die am darauffolgenden Tag die unabhängige Autonome Republik Nordepirus ausruft. Als Premierminister fungiert der bisherige griechische Generalgouverneur Georgios Christakis-Zografos. Hauptstadt des neuen Staates ist Gjirokastra, weiters gehören unter anderem Himara, Kolonja, Përmet und Saranda zum kontrollierten Gebiet.
Wilhelm zu Wied und Gemahlin bei ihrer Ankunft in Albanien
7. März: Der im Vorjahr in London zum König bestimmte Wilhelm zu Wied trifft mit seiner Frau Sophie von Schönburg-Waldenburg und seiner Familie in der albanischen Hauptstadt Durrës ein. Er soll das im Vorjahr neu gegründete Fürstentum Albanien in die Selbständigkeit führen.
15. März: Turhan Pascha Përmeti wird zum neuen albanischen Regierungschef ernannt.
4. April: Albanien ruft die Mobilmachung aus. Krieg mit dem benachbarten Griechenland wird befürchtet.
Mai: Das von Griechenland, Albanien und den Großmächten unterzeichnete Protokoll von Korfu bedeutet zwar das Ende der vollen staatlichen Unabhängigkeit des Nordepirus, sieht jedoch eine weitreichende Autonomie unter der Souveränität Albaniens vor. Nordepirus erhält das Recht, eigene Streitkräfte auszurüsten, und als Amtssprache wird Griechisch festgelegt.
3. September: Wilhelm zu Wied verlässt das für ihn unregierbare Fürstentum Albanien nach nur sechs Monaten, ohne jedoch formell abzudanken.
5. Oktober: Essad Pascha Toptani wird mit serbischer und italienischer Unterstützung neuer Ministerpräsident in Albanien.
Ferdinand von Rumänien
10. Oktober: Carol I., der rumänische Fürst und König aus dem Hause Hohenzollern stirbt. Nachfolger wird Ferdinand I.
Weitere Ereignisse in Mitteleuropa
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1. Januar: Arthur Hoffmann wird Bundespräsident der Schweiz.
11. Juni: Adolf Friedrich VI. wird nach dem Tod seines Vaters Adolf Friedrich V. neuer Großherzog von Mecklenburg und letzter regierender Fürst von Mecklenburg-Strelitz.
Im Deutschen Reich entsteht die Deutschvölkische Partei aus zwei antisemitischen Splitterparteien, der 1889 gegründeten Deutschsozialen Partei und der 1890 gegründeten Deutschen Reformpartei.
Weitere Ereignisse in Europa
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Bernardino Machado
9. Januar: Die Regierung unter Ministerpräsident Afonso Augusto da Costa in Portugal tritt nach genau einem Jahr zurück. Staatspräsident Manuel José de Arriaga holt den in Brasilien weilenden früheren Außenminister Bernardino Machado nach Portugal zurück und beauftragt ihn mit der Regierungsbildung. Die Regierung Machado wird am 9. Februar angelobt.
6. Februar: Der schwedische König Gustav V. unterstützt auf einer Demonstration konservative Gegner der liberalen Regierung, obwohl er zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet wäre. Dadurch kommt es zur Borggårdskrise.
21. April: Zum 10-jährigen Bestehen der Entente cordiale besucht das englische Königspaar Paris.
25. Mai: Das britische Unterhaus gestattet im Government of Ireland Act 1914 Irland mehr Souveränität. Das Home-Rule-Gesetz wird jedoch nicht umgesetzt, weil der Erste Weltkrieg und der irische Osteraufstand im Jahr 1916 die politische Szene verändern.
12. Dezember: Victor Hugo de Azevedo Coutinho wird nach dem Wahlsieg des Partido Democrático neuer Ministerpräsident von Portugal. Der bisherige Ministerpräsident Machado plant, für die Präsidentschaftswahlen 1915 zu kandidieren.
Mexiko / Vereinigte Staaten
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9. April: US-amerikanische Marineangehörige werden im mexikanischen Tampico festgenommen, weil sie sich auf Landgang in umkämpftem Sperrgebiet aufgrund der Mexikanischen Revolution befinden. Sie werden innerhalb einer Stunde wieder freigelassen. Eine von den Truppen Victoriano Huertas angebotene offizielle Entschuldigung wird von den Amerikanern jedoch nicht angenommen.
14. April: US-Präsident Woodrow Wilson nutzt den Tampico-Zwischenfall, um Mexiko „ernsthafteste Konsequenzen“ anzudrohen.
Die US-Flotte während des Angriffs auf Veracruz
21. April: Die US-amerikanische Marine beschießt und besetzt im Zuge der amerikanischen Kanonenbootpolitik die mexikanische Stadt Veracruz.
Venustiano Carranza
23. Juni: In der Mexikanischen Revolution besiegt in der Schlacht bei Zacatecas eine von Pancho Villa geführte, doppelt so große Armee Aufständischer die Regierungstruppen des Präsidenten Victoriano Huerta. Nach dem Sieg bricht jedoch neuer Streit zwischen den verschiedenen Fraktionen des Revolutionslagers aus. Venustiano Carranza nimmt die Exekutivgewalt für sich in Anspruch, stößt dabei jedoch auf den Widerstand von Pancho Villa und Emiliano Zapata, die sich weigern, an dem von Carranza für Anfang Oktober einberufenen Konvent der Gouverneure und Generäle in Mexiko-Stadt teilzunehmen.
15. Juli: Victoriano Huerta tritt als Präsident Mexikos zurück. Er begibt sich auf dem deutschen Kreuzer Dresden ins Exil nach Jamaika und von dort weiter zunächst nach Europa, später in die USA.
Oktober: Zur Überraschung Carranzas ist auch der von ihm einberufene Konvent nicht bereit, ihm die verlangte alleinige „Exekutivgewalt“ zuzugestehen. Er vertagt sich, um seine Sitzungen in Aguascalientes wieder aufzunehmen, bestätigt Villa in seiner Stellung als Befehlshaber der von ihm kommandierten Revolutionsarmee und ernennt einen provisorischen Präsidenten. Im nun beginnenden erneuten Bürgerkrieg, diesmal ausgetragen zwischen „Konventionisten“ und „Konstitutionalisten“, wendet sich Carranza mit Hilfe Álvaro Obregóns zunächst gegen Villa, den stärksten seiner Gegner.
23. November: Die Besetzung von Veracruz durch amerikanische Einheiten endet.
Pancho Villa (links) und Emiliano Zapata (rechts) im Präsidentenpalast nach ihrem Einzug in Mexiko-Stadt
28. November: Der mexikanische Rebellenführer Pancho Villa zieht nach dem Rückzug von Obregóns Einheiten mit seinen Truppen in der Hauptstadt Mexiko-Stadt ein, wo er sich unter anderem mit Emiliano Zapata trifft, ohne dass die beiden sich jedoch auf eine konkrete Vorgangsweise gegen Venustiano Carranza einigen können.
Weitere Ereignisse weltweit
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1. Januar: Die Protektorate Nordnigeria und Südnigeria werden zur „Kolonie und Protektorat Nigeria“ zusammengefasst. Damit entsteht der Vorläufer der heutigen Bundesrepublik Nigeria. Frederick Lugard wird Generalgouverneur der britischen Kolonie.
23. Januar: Japanische Zeitungen berichten erstmals über den Siemens-Skandal, einen Bestechungsskandal, in den hochrangige japanische Marineoffiziere verwickelt sind. Am 23. März kommt es in der Folge zum Rücktritt des Kabinetts Yamamoto.
Karte aus dem Vertragswerk von Shimla: Die McMahon-Linie ist rot nachgezeichnet
3. Juli: Vertreter des Vereinigten Königreichs und Tibets unterzeichnen in Shimla ein Abkommen über die Grenze zwischen Tibet und Indien und die völkerrechtliche Stellung Tibets. Als Grenze wird die sogenannte McMahon-Linie festgelegt, was die Grenze Britisch-Indiens deutlich nach Norden verschiebt. Der Vertreter Chinas unterzeichnet nicht und China erkennt das Abkommen später nicht an.
21. Juli: Mit dem Erreichen der Volljährigkeit wird Ahmad Schah Kadschar zum Schah von Persien gekrönt.
Wirtschaft
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Ausstellungen
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15. Mai: Die große Kölner Werkbundausstellung wird eröffnet. Auf dem neu geschaffenen Messegelände gegenüber der Kölner Altstadt findet eine Leistungsschau über zeitgemäße Formgebung statt.
Mai bis Oktober: In Leipzig findet die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik statt.
Geldwirtschaft
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→ Hauptartikel: Deutsche Inflation 1914 bis 1923
31. Juli: Die deutsche Reichsbank stellt das Einwechseln von Banknoten oder Scheidemünzen gegen Hergabe von Goldmark ein, um den staatlichen Goldbestand zu schonen. Wegen Kriegsängsten ist die Nachfrage der Bevölkerung nach Bargeld deutlich angestiegen.
16. November: Die Banken im Federal Reserve System der Vereinigten Staaten, darunter die Federal Reserve Bank of New York, nehmen ihre Geschäftstätigkeit auf.
Patente
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16. Mai: Im Deutschen Reich wird an die Firma Merck ein Patent erteilt für ein Syntheseverfahren, bei dem als Zwischenprodukt unter anderem der spätere Ecstasy-Wirkstoff MDMA entsteht.
13. Oktober: Der US-amerikanische Erfinder Garrett Morgan erhält ein Patent auf die Gasmaske.
Produktion
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5. Januar: Auf einer Pressekonferenz kündigt Henry Ford die Einführung des Achtstundentags bei Ford zum 12. Januar und einen Mindestlohn von fünf US-Dollar pro Tag an.
14. Januar: Henry Ford lässt die Produktion des Automobils Ford Modell T auf Fließbandfertigung umstellen, was ein Senken des Verkaufspreises für das Kraftfahrzeug ermöglicht.
Unternehmensgründungen
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6. Januar: Das Unternehmen Merrill Lynch & Co., Inc. wird durch Charles E. Merrill in der New Yorker Wall Street eröffnet.
7. November: In den USA erscheint die erste Ausgabe der von Herbert Croly und Walter Lippmann gegründeten Zeitschrift The New Republic.
1. Dezember: In Bologna wird das Automobilunternehmen Maserati gegründet.
Verkehr
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2. Februar: In Deutsch-Ostafrika wird die Tanganjikabahn fertiggestellt, die von der Küstenstadt Daressalam bei Kigoma an den Tanganjikasee führt. Die Bauarbeiten durch die Ostafrikanische Eisenbahngesellschaft haben 1905 begonnen.
Die Aquitania 1914
30. Mai: Die Aquitania wird von der Cunard Line indienstgestellt.
17. Juni: Der Hohenzollernkanal wird von Kaiser Wilhelm II. der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben. Die Schifffahrtsstraße verbindet Havel und Oder.
14. Juli: Der Rhein-Herne-Kanal wird nach acht Jahren Bauzeit für die Schifffahrt freigegeben.
8. August: In Cleveland wird mit dem Simplex Traffic Signal die erste Verkehrsampel Nordamerikas aufgestellt. Sie wird noch im selben Jahr patentiert.
Karte des Panamakanals und der Kanalzone
15. August: Das 200 Passagiere transportierende Paketboot Ancona durchfährt als erstes Wasserfahrzeug den Panamakanal in voller Länge. Offizielle Eröffnungsfeierlichkeiten entfallen wegen des Kriegsausbruchs in Europa.
Bahnhof Arosa 1914
12. Dezember: Auf der Arosalinie zwischen dem Graubündner Kantonshauptort Chur und dem Kurort Arosa wird der fahrplanmäßige Zugverkehr aufgenommen.
Der erste Bus der von Carl Eric Wickman gegründeten Greyhound Lines fährt von Hibbing nach Alice im US-Bundesstaat Minnesota.
Sonstiges
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1. Januar: Der Ullstein Verlag übernimmt die Vossische Zeitung.
2. Januar: Die Einwohner Schwedens dürfen nur noch zwölf Liter Spirituosen pro Vierteljahr kaufen.
14. August: Die Diamantenmine Big Hole im südafrikanischen Kimberley, aus der seit 1871 insgesamt 2722 kg Diamanten gefördert worden sind, wird geschlossen.
Das Jahr 1914 ist das Jahr, welches zur Berechnung von Gebäudeversicherungen benutzt wird, siehe: Versicherungswert.
Wissenschaft und Technik
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Antarktisforschung
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Arbeiten, um das Schiff zu befreien
8. August: Die Endurance-Expedition, die letzte große Expedition des sogenannten Goldenen Zeitalters der Antarktis-Forschung verlässt Plymouth unter der Leitung von Ernest Shackleton in Richtung Buenos Aires. Nach einem weiteren einmonatigen Aufenthalt in Grytviken, Südgeorgien, bricht die Endurance am 5. Dezember in die Antarktis auf.
Oktober: Aeneas Mackintosh, von Shackleton zum Leiter der zur Expedition gehörenden Ross Sea Party ernannt, trifft wie vereinbart in Sydney ein und findet dort chaotische Zustände vor. Das Schiff Aurora befindet sich nicht in einem für eine Antarktisexpedition geeigneten Zustand und muss generalüberholt werden. Zahlreiche Mannschaftsmitglieder, die das Vertrauen in die Expedition verlieren, springen ab und müssen durch Neulinge ersetzt werden. Erst am 24. Dezember kann die Aurora von Hobart aus in Richtung Antarktis auslaufen.
Am 14. Dezember ist die Endurance erstmals im Packeis gefangen, doch am 22. Dezember eröffnen sich Fahrrinnen, so dass sich das Schiff in den nächsten Wochen stetig nach Süden vorarbeiten kann.
Archäologie
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Fundstelle – mit weißem Kreuz markiert – Aufnahme von 1914Profilzeichnung des Grabes von 1914
Arbeiter entdecken am 12. Februar das Doppelgrab von Oberkassel im heutigen Bonn in einem Steinbruch. Das Grab aus der Zeit der späteiszeitlichen Federmesser-Gruppen ist etwa 14.000 Jahre alt und enthält die gut erhaltenen Skelette eines etwa 50 Jahre alten Mannes, einer 20- bis 25-jährigen Frau, die Überreste eines Hundes, weitere Tierreste und bearbeitete Tierknochen. Der Steinbruchbesitzer meldet den Fund der Bonner Universität. Ab dem 21. Februar wird die Fundstelle von den Wissenschaftlern Max Verworn, Robert Bonnet und Gustav Steinmann genau untersucht. Sie legen im Jahr 1919 einen umfassenden Bericht vor.
Naturwissenschaften
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Walter Schottky entwickelt die Gesetze zum Anlauf-, Raumladungs- und Sättigungsgebiet in der Vakuumröhre.
James Franck und Gustav Ludwig Hertz führen ihren Versuch zur Bestimmung der Anregungsenergie in Atomen durch.
Ernest Rutherford identifiziert die „Rückstoßatome“ beim Beschuss von Wasserstoff-Atomen mit Elektronen als Protonen.
Lehre und Forschung
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27. Juli: Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr wird zwei Jahre nach seiner Gründung feierlich eröffnet. Erster Direktor ist Franz Fischer.
18. Oktober: Gründungsrektor Richard Wachsmuth teilt Kaiser Wilhelm II. mit, dass die Universität Frankfurt am Main in aller Stille ihre Arbeit begonnen habe. Eine geplante feierliche Eröffnung der Stiftungshochschule mit dem Staatsoberhaupt fällt an diesem Tag wegen des Ersten Weltkriegs aus.
Technische Leistungen
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10. Januar: Alberto Garelli bezwingt mit einem selbst gebauten Motorrad den 1925 Meter hohen, tief verschneiten Pass von Mont Cenis in der Nähe von Moncenisio bei klirrender Kälte, ein Unternehmen, das zur damaligen Zeit als unmöglich galt.
30. Juli: Der Norweger Tryggve Gran überfliegt als erster Mensch alleine die Nordsee. Er benötigt für den Flug von Schottland nach Norwegen bei günstigem Wind rund 4½ Stunden.
Kultur
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Bildende Kunst
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→ Hauptartikel: Kunstjahr 1914
Plakat für die Ausstellung des Deutschen Werkbundes, Entwurf von Peter Behrens
15. Mai: Die Kölner Werkbundausstellung, die erste Leistungsschau des von Künstlern, Architekten und Industriellen gegründeten Deutschen Werkbundes, wird durch Henry van de Velde eröffnet. Wegen des Ausbruchs des Weltkriegs wird die von Konrad Adenauer initiierte Ausstellung am 8. August vorzeitig geschlossen.
22. August: In Wien wird die von Franz Matsch konzipierte Ankeruhr an einer Verbindungsbrücke zweier Gebäude errichtet. Sie zählt als herausragendes Werk des Jugendstils.
Franz Marc: Tirol, 1914, Neue Pinakothek, München
Die Freie Secession spaltet sich nach der stillschweigenden Auflösung der Neuen Secession unter der Führung von Max Liebermann von der Berliner Secession ab. Die rund 50 Personen zählende Künstlergruppe hat noch im selben Jahr ihre erste Ausstellung.
Literatur
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→ Hauptartikel: Literaturjahr 1914
Juni: Die Erstausgabe der vortizistischen Literaturzeitschrift Blast erscheint.
Selma Lagerlöfs Roman Der Kaiser von Portugallien erscheint.
Der Erzählband Dubliner von James Joyce wird erstmals veröffentlicht.
Hermann Hesses Roman Roßhalde wird veröffentlicht.
Musik und Theater
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→ Hauptartikel: Musikjahr 1914
1. Januar: Neujahrspremiere in Europas Theatern. Nach Ablauf des 30-jährigen Urheberrechtsschutzes hat Bayreuth nicht mehr das Monopol auf den Parsifal von Richard Wagner.
30. Januar: Die Uraufführung der Operette Endlich allein von Franz Lehár auf ein Libretto von Alfred Maria Willner erfolgt am Theater an der Wien in Wien.
2. Februar: Das Lustspiel Der Snob von Carl Sternberg hat unter der Regie von Max Reinhardt am Deutschen Theater Berlin seine Uraufführung. Es folgt als zweiter Teil einer Trilogie auf das Skandalstück Die Hose.
Francesca da Rimini, Umschlag des Librettos
19. Februar: Die Oper Francesca da Rimini von Riccardo Zandonai hat ihre Uraufführung unter der musikalischen Leitung von Ettore Panizza am Teatro Regio in Turin. Das Libretto von Tito Ricordi basiert auf Gabriele D’Annunzios gleichnamiger Verstragödie, die wiederum ein Stück aus Dantes Divina Commedia verarbeitet.
1. April: Die Uraufführung der Oper Notre Dame von Franz Schmidt nach dem Roman Der Glöckner von Notre-Dame von Victor Hugo findet nach mehrfacher Ablehnung an der Hofoper in Wien statt. Die Sopranistin Marie Gutheil-Schoder singt die Rolle der Esmeralda. Das Werk wird Schmidts größter Erfolg, gerät aber trotzdem bald in Vergessenheit.
27. Mai: A London Symphony von Ralph Vaughan Williams hat ihre Uraufführung in der Queen’s Hall in London. Die Aufführung ist ein Erfolg, aber kurze Zeit später geht die Partitur auf dem Postweg zum Dirigenten Fritz Busch in Deutschland verloren.
9. November: Die Uraufführung der Operette Rund um die Liebe von Oscar Straus auf das Libretto von Robert Bodanzky und Friedrich Thelen erfolgt am Johann Strauß-Theater in Wien und wird vom Publikum gut aufgenommen. Das Werk wird nach der Premiere 380 Mal in Folge aufgeführt.
Sonstiges
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Der neue Botanische Garten wird vor den Toren der Stadt München in Nymphenburg angelegt. Karl Ritter von Goebel wird erster Direktor des auf seine Initiative errichteten Botanischen Gartens.
Gesellschaft
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2. Januar: Das Volksbad Nürnberg wird feierlich eröffnet. Der Jugendstilbau ist mit drei Schwimmhallen für Männer und Frauen, 66 Wannenbädern, 14 Duschen, einem Dampfbad sowie Frisier- und Erfrischungsräumen ausgestattet. Ein Hundebad und eine Wäscherei sind ebenfalls integriert.
10. Januar: Trotz mangelnder Beweise wird der schwedische Wanderarbeiter Joe Hill in Salt Lake City des Mordes an einem Lebensmittelhändler und seinem Sohn schuldig befunden. Der Fall entwickelt sich zu einem der größten Justizskandale in der amerikanischen Geschichte.
12. April: Im Grand Hotel Pittner wird das erste fixe Kino St. Pöltens eröffnet.
Religion
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Die Unterzeichnung des Konkordats mit Serbien am Vorabend des Ersten Weltkrieges
24. Juni: Der Heilige Stuhl schließt ein Konkordat mit Serbien.
Benedikt XV.
Kurz nach Kriegsbeginn verstirbt Papst Pius X. am 20. August. Das Konklave wählt am 3. September Benedikt XV. zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche. Im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger wahrt Benedikt während seiner gesamten Amtszeit strikte Neutralität. Am 8. September erlässt er das Apostolische Schreiben Ubi Primum, in dem er den Ausbruch des Krieges zwischen Christen in Europa beklagt.
18. Oktober: Die Schönstattbewegung, eine katholische Erneuerungsbewegung, wird gegründet.
Mit 1914 hat für die Zeugen Jehovas die „Zeit des Endes“ begonnen. Jesus Christus hat die Herrschaft über das „Königreich Gottes“ als theokratische Regierung im Himmel übernommen und Satan und seine Dämonen vom Himmel auf die Erde verbannt, wo sich verstärkt seine destruktive Tätigkeit zeigt.
Katastrophen
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30. Januar: Auf der Zeche Minister Achenbach in Dortmund tötet ein Schlagwetter 24 Bergleute.
29. Mai: Der britische Passagierdampfer Empress of Ireland sinkt nach einer Kollision mit dem norwegischen Kohlefrachter Storstad im Sankt-Lorenz-Strom innerhalb von nur 14 Minuten. Obwohl der Dampfer aufgrund der Erfahrungen der Titanic-Katastrophe genügend Rettungsboote und Schwimmwesten an Bord hat, kommen 1032 Menschen ums Leben, nur 465 überleben.
Die Explosion der HMS Bulwark
26. November: Das britische Einheitslinienschiff Bulwark wird vor Sheerness durch eine Munitionskammerexplosion zerstört. Von der 750 Mann starken Besatzung kommen 736 Mann ums Leben. Von den 14 Überlebenden sterben zwei wenige Tage später an ihren Verletzungen. Auch die übrigen Überlebenden sind zum großen Teil schwer verletzt.
Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe und in der Liste von Katastrophen aufgeführt.
Natur und Umwelt
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Martha, die letzte Wandertaube
1. September: Im Zoo von Cincinnati stirbt mit der Wandertaube Martha das letzte bekannte Individuum ihrer Gattung, die bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts weitestgehend verschwand. Die Wandertaube wurde seither zusammen mit der Bejagung des Bison zum Symbol für den Raubbau an der Natur.
Sport
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→ Hauptartikel: Sportjahr 1914
31. Mai: Die SpVgg Fürth wird deutscher Fußballmeister.
Olympische Ringe
14. Juni: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hisst beim 16. Olympischen Kongress zum ersten Mal die offizielle Olympiafahne mit den fünf Ringen.
Die 1912 gegründete International Amateur Athletics Federation (IAAF) gibt die erste Liste der Leichtathletik-Weltrekorde heraus. Da die Federation den Frauensport ablehnt, sind darin nur 95 Männerweltrekorde enthalten.
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden befinden sich unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Nobelpreise
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Preis
Person
Land
Begründung für die Preisvergabe
Bild
Nobelpreis für Physik
Max von Laue (1879–1960)
Deutsches Reich Deutsches Reich
„für seine Entdeckung der Beugung von Röntgenstrahlen beim Durchgang durch Kristalle“
Nobelpreis für Chemie
Theodore William Richards (1868–1928) (verliehen 1915)
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten
„als Anerkennung seiner genauen Bestimmungen des Atomgewichts von zahlreichen chemischen Elementen“
Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
Robert Bárány (1876–1936) (verliehen 1915)
Osterreich-Ungarn Österreich-Ungarn
„für seine Arbeiten über Physiologie und Pathologie des Vestibularapparates“
Nobelpreis für Literatur
nicht verliehen
Friedensnobelpreis
nicht verliehen
Geboren
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Januar
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01. Januar: Edith Picht-Axenfeld, deutsche Cembalistin († 2001)
02. Januar: Max Aebischer, Schweizer Politiker († 2009)
03. Januar: Hans Karl Fritzsche, deutscher Offizier und Ministerialbeamter († 1999)
03. Januar: Adelheid von Habsburg-Lothringen, österreichische Adelige († 1971)
05. Januar: Nicolas de Staël, französischer Maler russisch-baltischer Herkunft († 1955)
05. Januar: Helfried Grope, deutscher Offizier und NDPD-Funktionär († 1959)
06. Januar: Gottfried Eduard Arnold, US-amerikanischer Mediziner († 1989)
06. Januar: Heinz Berggruen, deutscher Kunsthändler († 2007)
07. Januar: Anja Elkoff, deutsche Sängerin und Schauspielerin († 1992)
07. Januar: Bobby McDermott, US-amerikanischer Basketballspieler († 1963)
08. Januar: Ernst Oldenburg, deutscher Maler († 1992)
08. Januar: Herman Pilnik, deutsch-argentinischer Schachmeister († 1981)