Es gab 2013 erstmals drei sogenannte Double-Header-Weekends mit je einem Rennen am Samstag und Sonntag. 2011 hatten zwar schon in Fort Worth eine Veranstaltung mit zwei Rennen stattgefunden, diese waren jedoch nur über die halbe Distanz gegangen und es hat nur halbe Punkte gegeben.[1] Bei drei der sechs Rennen der Double-Header-Weekends, die auf den Stadtkursen von Detroit, Toronto und Houston ausgetragen wurden, wurde zudem vom üblichen Startprozedere abgewichen. Anstelle von fliegenden Starts wurden drei dieser Rennen mit stehenden Starts begonnen.[2]
Die Ovalrennen in Indianapolis, Pocono und Fontana wurden zu einer Triple Crown zusammengefasst. Falls ein Fahrer alle drei Rennen der Triple Crown gewinnt, erhält er eine Prämie in Höhe von 1.000.000 US-Dollar; falls ein Fahrer zwei dieser drei Rennen gewinnt, bekommt er eine Prämie in Höhe von 250.000 US-Dollar.[2]
Das Punktesystem wurde zur Saison 2013 modifiziert. Ab dem 19. Platz gab es nicht mehr wie vorher 12 bzw. 10 Punkte, sondern beginnend ab dem 19. Platz jeweils ein Punkt weniger. Also für Platz 19 gab es 11 Punkte, für Platz 20 gab es 10 Punkte etc. Ab dem 25. Platz bekamen alle Fahrer fünf Punkte. Zudem erhielt jeder Fahrer, der eine Führungsrunde absolviert hat, einen zusätzlichen Bonuspunkt. Bei den Qualifyings des Indianapolis 500 und des Iowa Corn Indys 250 wurden Punkte nach einem besonderen Punktesystem vergeben und der Bonuspunkt für die Pole-Position entfiel.[3]
Blockademanöver im Qualifying wurden ab der Saison 2013 damit geahndet, nicht mehr in die weiteren Qualifyingabschnitte zu kommen. Im letzten Abschnitt wurde ein Fahrer für ein Blockademanöver umgehend aus dem Qualifying genommen.[3]
Die freie Auswahl der Innen- oder Außenbahn für den Führenden beim Start und Double-File-Restarts wurde abgeschafft. Der Führende musste ab der Saison 2013 auf der Innenbahn starten.[3]
Ausschlaggebend für die Boxenposition war 2013 weiterhin das Qualifikationsergebnis vom vorherigen Rennen. Allerdings wurde die Unterscheidung der Streckentypen abgeschafft.[3]
Ende Juni wurde die Regelung für Strafversetzungen aufgrund vorzeitiger Motorenwechsel modifiziert. Motorschäden bei privaten Testfahrten wurden nicht mehr sanktioniert.[4]
Die verzögerte Aktivierung sowie die Reset-Zeit[3] des Push-To-Pass-Buttons wurde zur Saison 2013 abgeschafft. Der Push-To-Pass-Button stand den Fahrern 2013 bei allen Rennen auf Straßenkursen zur Verfügung. Das System durfte zehnmal pro Rennen aktiviert werden und insgesamt, je nach Strecke, 150 oder 170 Sekunden verwendet werden.[5]
Da mit Lotus ein Motorenhersteller aus der IndyCar Series ausgestiegen war, gab es 2013 nur noch einen Zweikampf zwischen Chevrolet und Honda.
Die Geschwindigkeit in der Boxengasse wurde vereinheitlicht. Auf Ovalen durften die Fahrer 60 Meilen pro Stunde, auf Straßenkursen 50 Meilen pro Stunde fahren.[3]
Die Teams durften 2013 ihre Treibstoffmenge beim Start frei wählen. Bisher war für den Start eine Tankfüllung von 18,5 Gallonen vorgeschrieben.[3]
Die folgende Auflistung enthält alle Fahrer, die an der IndyCar Series 2012 teilgenommen haben und in der Saison 2013 nicht für dasselbe Team wie 2012 starteten.
Erklärung: O: Ovalkurs, T: temporäre Rennstrecke (Stadtkurs), P: permanente Rennstrecke. Rennen mit gelbem Hintergrund zählen zur Triple Crown
Anmerkungen
↑Dario Franchitti erhielt den Bonuspunkt für die Pole-Position und wurde als Pole-Setter gezählt. Aufgrund einer Startplatzstrafe ging er aber nur vom elften Platz aus ins Rennen. E. J. Viso startete von der ersten Position.
↑Das Qualifying zum zweiten Rennen in Detroit wurde in zwei Gruppen ausgetragen. Der schnellere der beiden Gruppensieger – Mike Conway – erhielt die Pole-Position, James Jakes den zweiten Startplatz. Beide Fahrer erhielten einen Bonuspunkt für den Pole-Setter.
↑Hélio Castroneves erhielt die Bonuspunkte für die Pole-Position und wurde als Pole-Setter gezählt. Aufgrund einer Startplatzstrafe ging er aber nur vom elften Platz aus ins Rennen. Will Power startete von der ersten Position.
↑Das Qualifying zum zweiten Rennen in Toronto wurde in zwei Gruppen ausgetragen. Der schnellere der beiden Gruppensieger – Scott Dixon – erhielt die Pole-Position, Dario Franchitti den zweiten Startplatz. Beide Fahrer erhielten einen Bonuspunkt für den Pole-Setter.
↑Das Qualifying zum ersten Rennen in Houston wurde in zwei Gruppen ausgetragen. Der schnellere der beiden Gruppensieger – Takuma Satō – erhielt die Pole-Position, Will Power den zweiten Startplatz. Beide Fahrer erhielten einen Bonuspunkt für den Pole-Setter.
↑Die Pole-Position zum zweiten Rennen des Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston wurde anhand der Entrant-Points vergeben.
James Hinchcliffe gewann das Rennen vor Takuma Satō und Marco Andretti. Hinchcliffe ging erst in der letzten Kurve an Satō, der die meisten Führungsrunden absolviert hatte, vorbei. Mit einem Abstand von 0,3463s war es der bis dahin knappste Zieleinlauf auf einem Straßenkurs in der IndyCar-Geschichte.
In dem Rennen wechselte die Führung sehr oft. Mit 14 Führenden und 68 Führungswechseln wurden neue Rekorde aufgestellt.
Nachdem es im ersten Renndrittel drei Gelbphasen gegeben hatte, wurden 133 Runden unter grün absolviert. In der Schlussphase gab es ein Duell um den Sieg zwischen Ryan Hunter-Reay und Tony Kanaan. Nachdem Hunter-Reay die Führung in eine Gelbphase, die durch einen Unfall Graham Rahals ausgelöst wurde, besessen hatte, verlor er diese beim Restart an Kanaan und wurde zudem von seinem Teamkollegen Muñoz überholt. Da Dario Franchitti kurz darauf die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und verunfallte, wurde das Rennen neutralisiert und unter gelben Flaggen beendet.
Kanaan gewann zum ersten Mal in seiner Karriere das Indianapolis 500. Es war seine zwölfte Teilnahme. Die Andretti-Piloten Muñoz und Hunter-Reay komplettierten das Podium. Damit erzielte Muñoz gleich bei seinem IndyCar-Debüt eine Podest-Platzierung.
6. Rennen: Chevrolet Indy Dual in Detroit (Rennen 1)
Mike Conway gewann das Rennen vor Ryan Hunter-Reay und Justin Wilson. Es war der erste Saisonsieg eines Fahrers, der nur als Teilzeitpilot in der Serie aktiv war.
7. Rennen: Chevrolet Indy Dual in Detroit (Rennen 2)
Hélio Castroneves gewann das Rennen vor Ryan Hunter-Reay und Tony Kanaan. Es war der erste Saisonsieg von Castroneves und dem Team Penske. Castroneves führte das Rennen 132 Runden am Stück an und dominierte das Rennen. Nur fünf Fahrer blieben in der Führungsrunde, obgleich 22 ins Ziel kamen.
James Hinchcliffe gewann bei seinem dritten Saisonsieg zum ersten Mal auf einem Ovalkurs. Hunter-Reay wurde Zweiter, Tony Kanaan Dritter. Hinchcliffe dominierte das Rennen und führte es 226 von 250 Runden an.
Scott Dixon erzielte seinen 30. IndyCar-Sieg vor seinen Teamkollegen Charlie Kimball und Dario Franchitti. Es war der erste Saisonsieg von Chip Ganassi Racing und der 100. überhaupt. Zudem war es der 200. Sieg des Motorenherstellers Honda und der erste Dreifachsieg von Ganassi.
Marco Andretti, der bis zum Rennen immer der Schnellste gewesen war und auch die meisten Führungsrunden erzielt hatte, bekam Schwierigkeiten mit einem zu hohen Treibstoffverbrauch, sodass die spritschonenderen Honda-Motoren gegen Ende im Vorteil waren.
Scott Dixon gewann das Rennen vor Sébastien Bourdais und Dario Franchitti. Dixon übernahm die Führung acht Runden vor Rennende von Bourdais, nachdem sich die beiden im letzten Renndrittel mit der Führung abwechselten. Will Power, der das Rennen im zweiten Renndrittel angeführt und die meisten Führungsrunden erzielt hatte, schied in der letzten Runde nach einer Kollision in einem Zweikampf mit Franchitti aus. Es war Bourdais erste Podest-Platzierung in der IndyCar Series.
Alle Fahrer, die auf dem Podium standen, hatten zu diesem Zeitpunkt 31 IndyCar-Rennen gewonnen.
Scott Dixon gewann das Rennen vor Hélio Castroneves und Sébastien Bourdais. Damit entschied Dixon drei Rennen innerhalb von sieben Tagen für sich. Im Gegensatz zum Vortag lag Dixon 81 von 85 Runden in Führung und führte das Rennen die meiste Zeit mit größerem Vorsprung an.
Im letzten Renndrittel gab es drei Gelbphasen. Will Power schied erneut nach einer Kollision in der Schlussphase auf dem vierten Platz liegend aus. Zusammen mit Power war das Rennen für Ryan Hunter-Reay und Takuma Satō in der vorletzten Runde beendet.
Dixon wurde mit seinem 32. IndyCar-Sieg zum zu diesem Zeitpunkt nach Siegen erfolgreichsten aktiven IndyCar-Piloten.
Charlie Kimball gewann das Rennen vor Simon Pagenaud und Dario Franchitti. Die ersten drei Fahrer setzen auf eine Drei-Stopp-Strategie, die sich im Verlauf des Rennens als beste Wahl herausstellte.
In der Anfangsphase führte Ryan Hunter-Reay vor Will Power. Beide Fahrer verwendeten eine Zwei-Stopp-Strategie. Power wurde Vierter, Hunter-Reay Fünfter.
Mit Kimball gewann zum vierten Mal in der Saison 2013 ein Fahrer sein erstes IndyCar-Rennen. Kimball ist der erste IndyCar-Sieger, der an Diabetes Typ 1 erkrankt ist.
Im Rennen gab es insgesamt sieben Gelbphasen, allerdings schied nur ein Fahrer nach einem Unfall aus.
Dixon absolvierte die meisten Führungsrunden. Aufgrund eines Zwischenfalls in der Boxengasse im letzten Renndrittel wurde Dixon mit einer Durchfahrtsstrafe belegt und fiel auf den 21. Platz zurück. Er kam auf dem 15. Platz ins Ziel.
Über weite Strecken gab es an der Spitze ein Duell zwischen Dixon und Will Power. Aufgrund einer für Power ungünstigen Gelbphase fiel er ins Mittelfeld zurück und wurde schließlich Zwölfter.
Castroneves, der Meisterschaft auch nach dem Rennen anführte, kam nach Reparaturarbeiten mit 10 Runden Rückstand ins Ziel. Dadurch absolvierte er zum ersten Mal in der Saison nicht alle Runden.
Es gab insgesamt sieben Gelbphasen und das Rennen wurde unter gelben Flaggen beendet.
18. Rennen: Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston (Rennen 2)
Da das Qualifying aus Zeitgründen nicht stattfinden konnte, wurde die Pole-Position an den vor dem Wochenende Führenden der Entrant-Wertung, Hélio Castroneves vergeben. Castroneves behielt die Führung beim Start, musste nach einem Getriebeschaden jedoch längere Zeit an der Box zur Reparatur stehen. Er wurde schließlich mit 37 Runden Rückstand 23. In der Zwischenzeit führte Dixon das Rennen an. In der 40. Runden ging Power an Dixon vorbei und behielt die Führung bis zum Ende des Rennens. Dixon übernahm die Führung in der Gesamtwertung mit 25 Punkten Vorsprung auf Castroneves.
In der letzten Runde gab es einen schweren Unfall in der fünften Kurve, in den Dario Franchitti, Takuma Satō und E. J. Viso verwickelt waren. Franchitti wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Er brach sich den rechten Knöchel, zog sich zwei Wirbelfrakturen zu und erlitt eine Gehirnerschütterung. Da bei dem Unfall der Fangzaun gerissen war, flogen Trümmerteile in Richtung Tribüne. Dabei wurden 15 Personen verletzt.
Im Rennen gab es viele Ausfälle. Nur die ersten acht Piloten kamen ins Ziel. Justin Wilson zog sich bei einem schweren Unfall drei Beckenfrakturen und eine Lungenquetschung zu.
Außerdem gab es einen Zusatzpunkt für die Pole-Position und zwei zusätzliche Punkte für den Fahrer, der das Rennen die meisten Runden angeführt hatte. Alle Fahrer mit mindestens einer Führungsrunde erhielten zudem einen Punkt.
Für das Qualifying zum Indianapolis 500 wurden die Punkte wie folgt vergeben:
Position
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
Punkte
15
13
12
11
10
9
8
7
6
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
3
3
3
3
3
3
3
3
3
Für das Qualifying zum Iowa Corn Indy 250 wurden die Punkte wie folgt vergeben:
↑Marshall Pruett: “INDYCAR: Silly Season Continues To Develop”. Marshall Pruett catches up with teams and drivers to provide his latest IndyCar silly season update. speedtv.com, 13. November 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. November 2012; abgerufen am 2. Dezember 2012.