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Gustav Friedrich Schmoller, ab 1908 von Schmoller (* 24. Juni 1838 in Heilbronn; † 27. Juni 1917 in Bad Harzburg), war ein deutscher Ökonom und Sozialwissenschaftler. Er gilt als Hauptvertreter der jüngeren Historischen Schule der Nationalökonomie.

Gustav Schmoller wurde am 24. Juni 1838 in Heilbronn geboren, wo sein Vater seit 1833 als Kameralverwalter über die württembergischen fiskalischen Interessen zu wachen hatte. Die Vorfahren väterlicherseits stammten aus Eisenach und Weimar; ein Ahnherr, Johannes Schmoller, war Kriegssekretär des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar im Dreißigjährigen Krieg und ist 1651 in württembergische Dienste getreten; Oswald Schmoller war Pfarrer und wurde 1538 von Martin Luther ordiniert. Die Herkunft mütterlicherseits führt in das Patriziat der alten und bedeutenden württembergischen Industrie- und Handelsstadt Calw. Die Vorfahren der Mutter, Theresa Gärtner, waren an der Calwer Zeughandelskompagnie beteiligt; in ihrer Familie finden sich vor allem Ärzte und Naturwissenschaftler. Die Gärtner waren zuerst Apotheker, in der Folgezeit dann Ärzte, Naturforscher und Botaniker. Gustavs Urgroßvater Joseph Gärtner war einer der angesehensten Botaniker seiner Zeit. Sein Großvater Karl Friedrich von Gärtner hatte sein Leben dem Studium der Veränderlichkeit der Pflanzenarten und den Hybriden gewidmet und stand in brieflichem Verkehr mit Charles Darwin, der ihn mehrfach in seinem Werk Die Entstehung der Arten zitiert hat.
Schmollers frühe Kindheit wurde vom Tod zweier Brüder (1841) und dem Tod der Mutter (1846) überschattet. Er selbst galt als kränklich und wurde aus Furcht vor drohender Schwindsucht mehrfach in Kur geschickt. Nach Vorschule und Gymnasium legte er 1856 in Stuttgart als Drittbester des ganzen Landes sein Abitur ab. Er selbst urteilte über seine Schulzeit hart. Dass er seine Gymnasialzeit nicht als verloren bezeichnen musste, glaubte er allein zwei Lehrern zu verdanken. Wegen seiner gefährdeten Gesundheit behielt ihn der Vater noch ein weiteres Jahr in seiner Kanzlei, wo er mit der praktischen Anwendung von Finanz- und Verwaltungsrecht vertraut wurde.
Zum Wintersemester 1857 begann Schmoller dann das Studium der Kameralwissenschaft an der Universität Tübingen. Die Nationalökonomen der Landesuniversität, Carl von Schütz und Johann von Helferich, hinterließen bei dem jungen Studenten keinen bleibenden Eindruck. Viele Vorlesungen in Finanz-, Staats- und Verwaltungsrecht konnte er aufgrund der breiten Vorkenntnisse aus der väterlichen Praxis problemlos schwänzen. Ganz im Einklang mit den heute fast vergessenen Aufgaben einer Universität sah es Schmoller als Ziel seiner Bemühungen an, eine möglichst weite, allgemeine wissenschaftliche Bildung zu erhalten und besuchte naturwissenschaftliche, vor allem aber philosophische und historische Vorlesungen.
Die Verbindung von Nationalökonomie und Geschichte trat bereits in Schmollers ersten größeren schriftlichen Arbeit hervor. Die Untersuchung der volkswirtschaftlichen Anschauungen zur Reformationszeit brachte ihm den Doktortitel ein[1] und wurde in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft 1860 veröffentlicht. Nach bestandenem erstem Staatsexamen absolvierte der junge Finanzreferendar die erste Hälfte seines Referendariats wieder im Kameralamt des Vaters in Heilbronn. Die zweite Hälfte leistete er auf eigenen Wunsch beim Württembergischen Statistischen Amt, dessen Leitung inzwischen sein Schwager Gustav von Rümelin (väterlicher Freund und Mentor) nach seinem Rücktritt vom Kultusministerium übernommen hatte. Mit der 1862 erschienenen Druckschrift Der Französische Handelsweg und seine Gegner. Ein Wort der Verständigung von einem Süddeutschen nahm er zugunsten des gerade abgeschlossenen, einen Eintritt Österreichs in den Deutschen Zollverein verhindernden preußisch-französischen Handelsvertrages Stellung und setzte sich damit in scharfen Gegensatz zu den Auffassungen aller süddeutschen, mit Österreich sympathisierenden Staaten. Dies beendete alle Hoffnungen auf eine württembergische Beamtenlaufbahn, brachte ihm aber andererseits den Beifall des preußischen Handelsministers Rudolf von Delbrück ein, der fortan einer seiner Gönner bleiben sollte.
Nach zwei Jahren des Reisens erreichte Schmoller im Frühjahr 1864 der Ruf nach Halle, wo er ein Jahr später als Inhaber eines Lehrstuhls die Nachfolge von Johann Friedrich Gottfried Eiselen antrat. In diese Zeit fällt ein Artikel über die Arbeiterfrage, den Schmoller in den Preußischen Jahrbüchern 1864 und 1865 publizieren konnte. In ihm wird bereits jener Zwei-Fronten-Kampf sichtbar, den Schmoller die nächsten Jahre als Vertreter einer neuen sozialpolitischen Richtung führen sollte: einmal gegen die Manchester-Liberalen, zum anderen gegen den Sozialismus eines Lassalle oder Marx, deren revolutionäre Agitation ihm ebenso wenig geeignet schien, die Lage der Arbeiter zu verbessern.
In Halle übernahm Schmoller dann das Amt eines Stadtverordneten, um praktische Erfahrungen zu sammeln, und lernte schon bald Lucie, die Tochter des Weimarischen Geheimen Rates Bernhard Rathgen und Enkelin Barthold Georg Niebuhrs, kennen.[2] Aus der 1869 geschlossenen Ehe stammen ein Sohn, Ludwig von Schmoller (1872–1951), später Offizier und Vater von Gustav von Schmoller, und eine Tochter, Cornelia (Nelly) von Schmoller (* 30. September 1879 in Straßburg; † 12. Dezember 1932 in Kairo), die 1909 den Fotografen Ernst Sandau und nach der Scheidung 1916 Pierre Schrumpf-Pierron heiratete.
In der zweiten Hälfte der 1860er Jahre befasste sich Schmoller intensiv mit dem Studium von Verfassung, Verwaltung und Volkswirtschaft des preußischen Staates, wobei sein Hauptinteresse der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. galt. In dieser Zeit entstand auch sein Werk „Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert“ (1870). In dieser umfangreichen Schrift beschrieb Schmoller das Kleingewerbe „als gesellschaftspolitisch notwendigen Stabilitätsfaktor“ und befürwortete „Innovationsförderung, Kooperation und regulierende Selbstverwaltungsorgane“.[3]
In den 1860er Jahren fielen die letzten Zunftschranken in Deutschland; die Gewerbefreiheit wurde 1869 in der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes verankert. Schon der Hinweis Schmollers auf Schwachstellen einer uneingeschränkten Gewerbefreiheit brachte ihm Widerspruch und Angriffe vom „Kongress für Volkswirte“ ein, in dem sich damals Manchester-Liberale und Smithianer zusammengefunden hatten. Heinrich Bernhard Oppenheim prägte den Begriff der „Kathedersozialisten“, um damit Schmoller als Vertreter eines anti-liberalen Staatsinterventionismus zu brandmarken (1871). Kritik an den Schattenseiten des Liberalismus wurde von den Liberalen nämlich oft pauschal als Sozialismus gewertet, auch wenn diese Kritik nicht aus dem sozialistischen Lager kam.
Die Gründung des „Vereins für Socialpolitik“ 1872 in Eisenach unter maßgeblicher Beteiligung Schmollers, in dessen Haus die Vorgespräche mit Adolph Wagner, Bruno Hildebrand und Johannes Conrad stattgefunden hatten, war die Konsequenz dieser Einstellung. Schmoller war langjähriger Vorsitzender des (nach einer Unterbrechung in den Jahren 1936–1948) noch heute existierenden Vereins, durch den er starken Einfluss auf die Wirtschaftspolitik (vor allem der von Bismarck) ausübte.[4] Noch ins gleiche Jahr fiel die Berufung Schmollers an die neubegründete Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg. In dieser Zeit entstand auch sein Werk „Die Straßburger Tucher- und Weberzunft“.
Die Verbindung nach Preußen ließ Schmoller nicht abreißen, verbrachte jährlich einen Teil der Semesterferien in den preußischen Archiven in Berlin und wurde regelmäßiger Mitarbeiter der Preußischen Jahrbücher. In seinen Aufsätzen und Vorträgen erwies sich der Kathedersozialist als unbestechlicher Verfechter einer sozialen Gerechtigkeit. Seine sozialpolitischen Forderungen trugen ihm Ablehnung wie auch Zustimmung ein: Heinrich von Treitschke (1875) sah in ihm einen „Gönner des Sozialismus“; Bismarck versicherte ihm 1875 bei einem Besuch der Straßburger Universität, selbst ein Kathedersozialist zu sein. Für Schmoller stand fest, dass es möglich sei, die Kultur der unteren Klassen zu heben, dass ein sozialer Fortschritt, eine gerechtere Verteilung erreicht werden könne – auch ohne sozialistische Revolution.
Schmoller konnte auf ethisch-moralischer Grundlage argumentieren. Nur wenige, wie Max Weber, verlangten eine stichfeste theoretische Begründung seiner Aussagen. Lange Zeit hatte Schmoller mit seiner Idee von „Kulturwerten“ Erfolg, er stieß damit aber dann seit Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmend auf Kritik (→ Werturteilsstreit). Eine Neubesinnung auf ethisch-historisch-philosophische Grundlagen erschien Schmoller und seinen Anhängern, anders als seinen Kritikern, für die Begründung von Werten als völlig ausreichend. Schmollers Ruf nach einem ordnenden und sozialpolitisch tätigen Staat fand dagegen bei Fachkollegen und Politikern immer mehr Zustimmung. Diese Umstände führten dazu, dass die „Jahrbücher für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich“ ihm übertragen wurden, die unter seinem Namen als Schmollers Jahrbuch für Jahrzehnte ein zentrales Publikationsorgan der deutschen Nationalökonomie werden sollten. Gleichfalls auf diesen Meinungsumschwung und das sichtbare Einlenken der Politik auf die Forderungen der Sozialreformer dürfte zurückzuführen sein, dass er 1882 nach Berlin berufen wurde.
Hier veröffentlichte Schmoller eine Reihe großer Aufsätze über die brandenburgisch-preußische Wirtschaftspolitik im Zeitalter des Merkantilismus. Nach der schroffen Ablehnung des Merkantilismus durch die Liberalen wies er auf eine Reihe von Beispielen hin, in denen gerade merkantilistische Interventionspolitik weit eher im Interesse einer sozialen Harmonie zu wirken schien als die Politik der Liberalen.
1887 wurde er als ordentliches Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und brachte in einer Edition der Acta Borussica, eine großangelegte Quellensammlung zur preußischen Staats- und Wirtschaftsverwaltung, heraus. Zu dieser Zeit begannen auch die Arbeiten an einem zusammenfassenden Grundriss der Volkswirtschaftslehre. Verleger und publizistische Konkurrenzunternehmen seiner Schüler drängten darauf, eine solche Arbeit in Angriff zu nehmen. 1900 erscheint der erste Band „Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre“, dem sofort mehrere Neuauflagen folgten. 1904 erschien der zweite Band. Noch während der Bearbeitung des Werkes „Charakterbilder“ (1913) entschied sich Schmoller für eine umfangreiche Überarbeitung seines Grundrisses, die er auch erfolgreich abschließen konnte.

1884 Mitglied des preußischen Staatsrates geworden, vertrat Schmoller nach seinem Rektorat 1897/98 die Berliner Universität im Herrenhaus und wurde im gleichen Jahr Mitglied der Friedensklasse des „Pour le Mérite“. Ehrendoktorwürden (1896 der Juristischen Fakultät Breslau, 1903 der Philosophischen Fakultät Heidelberg), Ordensauszeichnungen (so 1908 mit dem bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaften) und zahlreiche Ernennungen zum korrespondierenden Mitglied ausländischer Akademien und Gesellschaften bezeugten den Respekt, den seine Person und seine wissenschaftliche Leistung im In- und Ausland genossen. Er konnte dieses Gelehrtenleben bis ins hohe Alter voll ausschöpfen.
Gustav von Schmoller starb, nur drei Tage nach seinem 79. Geburtstag, am 27. Juni 1917 auf einer Reise in Bad Harzburg. Sein Grab befindet sich auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof in Berlin-Westend. Die schlichte Grabwand ohne Gliederung aus Muschelschkalk mit vorgestellter Kalksteinstele, die als Grabstein dient, ist im sachlichen Stil der zeitgenössischen Bestattungskultur verfasst. Nach Beschädigung während des Zweiten Weltkriegs ist die Anlage wiederhergestellt worden.[5] Schmoller ruht neben seiner Frau Lucie geb. Rathgen (1850–1928).
Auf Beschluss des Berliner Senats ist das Grab von Gustav von Schmoller (Grabstelle B 1 Gitter 3) seit 1956 als Ehrengrab des Landes Berlin gewidmet. Die Widmung wurde im Jahr 2016 um die übliche Frist von zwanzig Jahren verlängert.[6]
Ein Teil-Nachlass befindet sich in der Universitätsbibliothek Tübingen.[7]
Wichtigen und prägenden Einfluss auf die Persönlichkeit des jungen Schmoller hatten sein Vater, in dessen Kanzlei er die Verwaltungsgeschäfte von der Pike auf lernte, und sein Schwager Gustav Rümelin, von dem Schmoller selbst sagte: „ohne seinen Einfluß wäre ich wohl nicht geworden, was ich bin“.
Während des Studiums empfing Schmoller wohl die stärksten Eindrücke von den Vorlesungen Max Dunckers (später Kabinettschef bei Kronprinz Friedrich Wilhelm), in dessen Haus der Tübinger Student auch verkehrte.
Die Verwandtschaft mit Rümelin wirkte fördernd, und sie erschloss die Bekanntschaft mit zahlreichen Tübinger Professoren. Woher Schmoller seine kathedersozialistische Ausrichtung hatte, ist schwer zu bestimmen. Sie ist womöglich auf Schmollers direkten Kontakt zu den einfachen Leuten und ihren Nöten zurückzuführen. Die Alltagsrealität lernte er in Heilbronn besser kennen als viele nur im akademischen Leben verhaftete Ökonomen. Schmoller wollte nie im Elfenbeinturm der Wissenschaft leben.
Das 1871 neu entstandene Deutsche Reich unter preußischer Führung schien der geeignete Partner, mit neuen Vorstellungen und Zielen soziale Reformen in Gang zu setzen. Methodisch-theoretisch hat wohl Karl Knies Schmoller am stärksten beeinflusst, dessen „Politische Ökonomie vom geschichtlichen Standpunkte (1853)“ er noch 1888 als gemeinsames Glaubensbekenntnis bezeichnete. Hierauf bezog er sich in seiner Dissertation beispielsweise folgendermaßen: „So müssen wir die Nationalökonomie in die Reihe der sozialen Wissenschaften stellen, welche sich von den Bedingungen des Raumes, der Zeit und der Nationalität nicht trennen lassen, deren Begründung wir nicht allein, aber vorzugsweise in der Geschichte suchen müssen“ (Vorwort zur Dissertation). Schmollers Vorstellung von Theorie war eine grundsätzlich andere als jene, die von der Klassik begründet worden war. 1914 gehörte Schmoller zu den Unterzeichnern des Manifests der 93.
Schmoller gehörte zu den ersten deutschen Professoren, die Frauen zu einem Universitätsstudium ermutigten. Zu seinen Studentinnen zählt die Sozialökonomin Elisabeth Gnauck-Kühne.
Schmoller und die von ihm vertretene historisch-realistische, psychologisch-ethische Betrachtungsweise erfuhren in den 1870er Jahren einen Höhepunkt des Wirkens und der Einflussnahme. Die Zahl seiner Schüler und Anhänger war ebenso groß wie sein Einfluss auf die Nationalökonomie an deutschen Universitäten. Schmollers Werk als Wissenschaftler insgesamt zu würdigen bleibt schwierig, da er weder Theoretiker war, noch sich als Wirtschaftspolitiker einstufen lässt; er war ein Vertreter der interdisziplinären Wissenschaften. Die Wirtschafts- und Sozialhistoriker können Schmoller ebenso zu ihren Ahnen zählen wie die Sozial- oder Wirtschaftspolitiker.
In den methodischen Ausführungen seines Grundrisses lässt er abstrakt-deduktive Theorie gewiss neben der induktiv-beschreibenden Methode gelten, doch macht er deutlich, dass seine Sympathie, seine Überzeugung von der besseren Leistungsfähigkeit bei Letzterer liegt. Schmoller: „Wer auf dem Boden der Erfahrung steht, der traut deduktiven Schlüssen nie ohne weiteres.“ Schmoller ließ sich von dem Gedanken leiten, die einzelnen wichtigen Entwicklungsreihen des volkswirtschaftlichen Lebens psychologisch, rechts- und wirtschaftsgeschichtlich zu erklären, sie sozialpolitisch zu würdigen, ihre zukünftige Entwicklungstendenzen nachzuweisen. Einen besonderen Stellenwert erhielt bei ihm der Zusammenhang zwischen Moral, Sitte und Recht als Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung in der Vergangenheit wie auch für die Zukunft, also gerade jenen Einflussfaktoren, die durch die exakte nationalökonomische Theorie nicht oder nur unzulänglich erfasst werden. Er bestritt energisch, dass die im isolierend-abstrakten Experiment gefundene Wahrheit als Erkenntnisgrundlage dienen kann. Der Mensch verhalte sich eben nicht theoriegerecht, sondern unterliege in seinem Handeln den mannigfachsten Motiven.
Gegen Carl Menger, den großen Theoretiker der Nationalökonomie und Begründer der österreichischen Grenznutzenschule gewandt, verlangte Schmoller die Prüfung aller wesentlichen Ursachen der wirtschaftlichen Erscheinung. Diese Auseinandersetzung wurde als Methodenstreit bekannt.
Mit seiner Betonung der psychologischen Grundlagen wurde Schmoller zugleich einer der Wegbereiter der neuen „verstehenden Soziologie“ eines Max Weber oder Werner Sombart. Psychologie und Philosophie waren für ihn wichtige Komponenten wissenschaftlicher Betrachtung.
Am 22. Oktober 1908 wurde Schmoller in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.[8]
Schmoller fügte 1900 seinem „Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre“ einen Abschnitt zu „Rassen und Völkern“ hinzu und beschrieb darin auf zwanzig Seiten mit angeblichen Erkenntnissen über diverse Persönlichkeitsmerkmale eine hierarchische Ordnung von „Rassen“, die er als eine Grundlage der Ökonomik darstellte.[9] Aus diesem Grund hat der Verein für Socialpolitik, der für herausragende Verdienste um den Verein die Gustav-Schmoller-Medaille vergibt, die Verleihung von Juni 2021 bis Mai 2026 ausgesetzt und beschlossen, in dieser Zeit die Thematik des relevanten Abschnitts von Schmollers Buch bei den kommenden Jahrestagungen zu diskutieren.[10][11]
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Unvollständige Liste
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmoller, Gustav von |
| ALTERNATIVNAMEN | Schmoller, Gustav Friedrich von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Ökonom; galt als Führer der sogenannten „historischen Schule“ |
| GEBURTSDATUM | 24. Juni 1838 |
| GEBURTSORT | Heilbronn |
| STERBEDATUM | 27. Juni 1917 |
| STERBEORT | Bad Harzburg |
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